| 01. Juli 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Bei seinem ersten 24-Stunden-Rennen überhaupt sicherte sich BMW M Werkspilot Tim Tramnitz, gemeinsam mit seinen Teamkollegen Jens Klingmann und Ugo de Wilde, im BMW M4 GT3 Evo den Klassensieg in der Goldkategorie. Dabei konnte sich das Trio bereits in der zweiten Nachthälfte deutlich von seinen Verfolgern in der gleichen Kategorie absetzen und so nahezu ungefährdet dem Klassensieg und einem beachtlichen elften Gesamtrang, in dem mit 69 Fahrzeugen besetzten Starterfeld, entgegenfahren.
Die 24 h von Spa, die im Rahmen der GT World Endurance Challenge Europe stattfinden, zählen jedes Jahr zu einem der prestigeträchtigsten Rennen in der GT3-Klasse. „Wir haben nach dem Quali überhaupt nicht damit gerechnet, dass wir so weit nach vorne kommen. Dabei hat ja auch das Wetter eine große Rolle gespielt, denn bei der Hitze weiß man nie, was passiert“, erzählt Tramnitz. Gemeint sind Temperaturen von teilweise über 40 Grad, die Mensch und Material das ganze Wochenende über vor große Herausforderungen gestellt haben.
Aber Tramnitz und seine beiden Teamkollegen konnten sich vom 24. Startplatz aus, auch Dank einer großartigen Teamleistung der ROWE-Crew, konsequent nach vorn arbeiten, sich aus allen brenzligen Situationen heraushalten und zwischenzeitlich sogar bis auf den achten Gesamtrang vorfahren.
„Ich bin überglücklich und es war eine mega tolle Erfahrung. Mein erstes 24-Stunden-Rennen und gleich auch noch der erste Klassensieg, das fühlt sich natürlich richtig gut an.“, berichtet der 21-Jährige Hamburger.

Was war das Beeindruckende über das gesamte Spa Wochenende für dich, wenn du zurückschaust?
Also für mich war es das erste Mal mit so vielen Autos am Start zu sein. 69 Fahrzeuge – das war das mit Abstand größte Rennen, das ich bis jetzt gefahren bin. Dazu kommt noch die Renndistanz. Ich würde sagen, ich habe das sogar teilweise ein bisschen unterschätzt und im Endeffekt war es beeindruckend. Ich finde, es war anstrengend die gesamte Zeit den Fokus zu halten, vor allem mental und gegen Rennende. Das war schon eine echt große Herausforderung konzentriert zu bleiben.
Was hat dich selbst mit deiner guten und intensiven Debütvorbereitung überrascht beim 24h Rennen?
Vor allem war es die Konzentration und das ist das Überraschendste. Ich hätte niemals gedacht, dass es doch so mental anstrengend ist. Körperlich war es eigentlich ganz in Ordnung. Aber eben auch das zur Ruhe kommen, mit all der Anspannung und dem Renngeschehen um mich herum, das kostet natürlich Energie. Man fiebert ja auch noch auf eine ganz andere Art und Weise mit, gerade wenn man nicht im Auto sitzt und nur zuschaut, wie das eigene Auto fährt. Trotzdem war es angenehm sich mal hinzulegen und zu versuchen runterzukommen. Doch so richtig schlafen war schwierig.
Es war Hitze, es war ein enorm großes Fahrerfeld, Spa hat viel Dunkelheit- wie hast du dennoch den Fokus auf deine starke Performance gehalten?
Ich würde sagen auch das Nachtfahren war ziemlich herausfordernd, vor allem, weil man doch eben wirklich wenig sieht. Mir ist es in Paul Ricard in der Nacht schon aufgefallen, aber in Spa war es nochmal deutlich extremer. Es hat mir sehr geholfen, nach meinem Stint einmal kurz Feedback zu geben, wenn ich aus dem Auto gekommen bin und mich dann direkt hinzusetzen und einfach auszuruhen und für mich zu sein – einfach ein bisschen meine Ruhe zu haben. Ich denke, das ist auch wichtig, wenn man drei, vier Stunden später wieder ins Auto geht. Einfach eine Art Reset zu haben und einfach wieder fit ins Auto zu steigen.
Was nimmst du als Erkenntnisse für weitere 24h-Rennen mit?
Es gibt natürlich immer Verbesserungspotenzial, gerade auch dann, wenn man wie ich, sein erstes 24-Stundenrennen gefahren ist. Es ist wirklich dieses Runterkommen und Abschalten, woran ich noch arbeiten will. Ich glaube auch, mich ein bisschen früher hinzulegen, würde helfen. Denn es ist schon wichtig, über die ganzen 24 Stunden ein bisschen mehr an Energie aufzusparen. Das ist auf jeden Fall eine Sache, die ich für mich mitnehme.
Wie habt ihr als Team den Sieg gefeiert und hattest du nach dem Rennen dazu noch ausreichend Energie?
Lustigerweise war es wahrscheinlich das erste Mal, dass ich den Sieg nicht so richtig feiern konnte, weil man wirklich einfach müde war. Am Ende habe ich mich eher aufs Bett gefreut, statt noch zu feiern. Aber natürlich haben wir es einfach alle zusammen genossen und haben nach dem Rennen auf unseren Sieg angestoßen. Das hat natürlich gut getan und Spaß gemacht – und macht Lust auf weitere 24-Stundenrennen in Zukunft.
Die nächste Runde der GT World Endurance Challenge Europe ist dann für Tim Tramnitz seit langer Zeit mal wieder ein „Heimrennen“. Das Event startet am Wochenende 29./30.08.2026 auf dem Nürburgring.


